Monitor Group und Fondazione Eni Enrico Mattei – Jahresbericht zu Staatsfonds für das Jahr 2009; größere Zahl von Investitionen mit dem Schwerpunkt auf Energie, natürlichen Ressourcen, Technik und Technologie
Cambridge, Mass. – 17. Mai 2010 – Monitor Group, eines der weltweit führenden Beratungsunternehmen, und Fondazione Eni Enrico Mattei (FEEM), ein führendes internationales Researchzentrum mit Sitz in Mailand veröffentlichten heute den Jahresbericht zu Staatsfonds mit dem Titel Wieder auf Kurs: Aktivitäten von Staatsfonds im Jahr 2009. In diesem Bericht werden die Staatsfonds-Transaktionen des Jahres analysiert.
„Während die Anzahl und der Wert der Staatsfonds-Transaktionen in den ersten beiden Quartalen 2009 die niedrigsten Werte seit mehr als einem halben Jahrzehnt aufwiesen, haben die Staatsfonds im dritten Quartal die Investitionsstrategien an langfristigen Zielen ausgerichtet und dabei ihre Methoden zum Risikomanagement überdacht“, sagte William Miracky, Senior-Partner der Monitor Group. „Wir können eine Veränderung des Verhaltens von Staatsfonds feststellen. Beispielsweise konnten wir zum ersten Mal gemeinsame Investitionen von Fonds beobachten, mit dem Ziel, die Risiken zu teilen. Gleichzeitig investierten die Fonds in eine große Bandbreite von Assetklassen und Industrien. Ein Trend, der voraussichtlich andauern wird.“
Die Analyse der Staatsfonds-Aktivitäten während der zweiten Hälfte des Jahres 2009 ergab eine Zunahme der Investitionen. Die Investitionen im dritten und vierten Quartal entsprechen 85 % der 113 öffentlichen Staatsfonds-Transaktion für das gesamte Jahr sowie 85 % des Gesamtwertes bezogen auf insgesamt $68,8 Milliarden.
Im Jahr 2009 verschoben sich die Bereiche und Regionen, in denen Staatsfonds investiert haben, entsprechend den aktuellen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Zusätzlich zu gemeinsamen Investitionen zeigten Staatsfonds einen starken Focus auf die folgenden Branchen: Energie, natürliche Ressourcen sowie Technik und Technologie. Die Finanz- und Immobiliensektoren waren weniger stark gefragt. Außerdem tendierten Staatsfonds verstärkt zu Investitionen auf den eigenen Heimatmarkt speziell zu Anfang des Jahres. Sie haben sich jedoch nicht vollständig zurückgezogen, und viele Staatsfonds zeigen nach wie vor Interessen an den westlichen Märkten, vor allem in Europa. Auf diesen Märkten versuchten Staatsfonds speziell, Investitionen in unterbewertete und qualitativ hochwertige Anlagen zu tätigen.
„Wie wir im Bericht für das dritte Quartal feststellen konnten, haben Staatsfonds langfristige Investitionsstrategien entwickelt, wobei sie den Schwerpunkt auf eine größere Bandbreite von Märkten legen und den Finanzsektor meiden“, führt Bernardo Bortolotti aus, Executive Director von FEEM. „Jedoch werden jetzt aufgrund der im Jahr 2008 erfahrenen Verluste andere Risikomanagement-Methoden eingesetzt.“
Wesentliche Ergebnisse und Trendbeobachtungen des Berichts:
- Im Laufe des Jahres 2009 führten die Fonds in der Monitor-FEEM-Datenbank für Staatsfonds-Transaktionen 113 Transaktionen im Wert von $68,8 Milliarden durch. Dies bedeutet einen großen Einbruch in Bezug auf den Trend zu einer Zunahme der Staatsfonds-Aktivitäten, da sowohl die Anzahl als auch der Wert der Investitionen um mehr als 40 % unter den Zahlen für das Jahr 2008 lagen.
- Staatsfonds investierten 2009 deutlich weniger in den Finanzsektoer als im Jahr 2008. Die Anzahl dieser Transaktionen sank von 49 öffentlich berichteten Investitionen im Wert von $81,7 Milliarden auf nur 28 Transaktionen im Wert von nur $10,2 Milliarden. Auch bei Investitionen in den Immobiliensektor war eine große Zurückhaltung zu beobachten, die Aktivitäten nahmen um mehr als die Hälfte ab. Stattdessen investierten die Fonds in eine größere Bandbreite von Sektoren, vor allem in die Bereiche Energie, natürliche Ressourcen sowie Technik und Technologie. Dieses Investitionsverhalten ähnelt dem Verhalten von Staatsfonds in den Jahren vor 2005, auch wenn die zurzeit bevorzugten Sektoren die aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen widerspiegeln.
- In Fortsetzung des Trends aus dem Jahr 2008 blieb Europa der größte Markt für Staatsfonds-Investitionen bezogen auf den berichteten Wert, trotz der Finanzkrise. Die europäischen Investitionen haben einen Wertanteil von 42,5 % der im Jahr 2009 öffentlich berichteten Staatsfonds-Investitionen ($29,2 Milliarden). Dies entspricht ungefähr einem Drittel des Werts für das Jahr 2008. Staatsfonds investierten außerdem 2009 in eine größere Zahl von Regionen. Die Investitionen in Lateinamerika, Subsahara-Afrika und Nicht-Pazifisches-Asien verdoppelten sich real auf $3 Milliarden.
- Die Region Asien-Pazifik hatte im Jahr 2009 die meisten Investitionen (32). Europa war der zweitbeliebteste Markt für Staatsfonds-Transaktionen (29). Der Nahe Osten und Nordafrika (MENA) überholten Nordamerika in Bezug auf das Transaktionsvolumen, mit 21 gegenüber 19 Transaktionen, wobei die meisten in dem letzten Quartal stattfanden.
- Die aktivsten Staatsfonds waren die China Investment Corporation sowie Government of Singapore Investment Corporation, welche 17 bzw. 18 öffentlich berichtete Investitionen durchführten. Der Staatsfonds mit den größten Investitionen war jedoch die Qatar Investment Authority, mit 14 öffentlich berichteten Investitionen im Wert von mehr als $32 Milliarden.
- Die schwierige global-wirtschaftliche Lage Ende 2008 zeigte sich in unseren Daten speziell für das erste und zweite Quartal 2009. Die beiden Quartale wiesen die niedrigsten Investitionsvolumen seit 2005 bzw. 2003 auf. Die Staatsfonds-Aktivitäten nahmen während der zweiten Jahreshälfte zu, wobei das dritte und vierte Quartal einen Anteil von 85 % an den öffentlich berichteten Investitionen aufweisen mit ca. zwei Drittel aller Transaktionen für das Jahr 2009.
Wieder auf Kurs: Aktivitäten von Staatsfonds im Jahr 2009 ist der neueste Bericht in einer Reihe von Berichten und Updates, in denen Staatsfonds-Aktivitäten untersucht und bewertet werden. Der Bericht enthält nicht nur Daten und eine Bewertung des Jahres, sondern auch Kommentare von externen Experten, darunter Ashby H. B. Monk (Universität Oxford), Vanessa Rossi (Chatham House), Steffen Kern (Deutsche Bank), Rachel Ziemba (Roubini Global Economics) und Victoria Barbary von Monitor. Sämtliche Berichte sind auf www.monitor.com verfügbar.
Pressekontakt für den Bericht ist Rachel Adam (radam@racepointgroup.com).
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